53°14′52.7″N 10°24′47.8″E
LÜNEBURG | ORGELBÜCHLEIN
ALTENBRUCH | CHORAL-PARTITEN

Als 15jähriger besuchte Johann Sebastian Bach zwei Jahre lang die Lateinschule des Michaeliskloster in Lüneburg. Aus dieser Zeit ist zudem mindestens eine Reise nach Hamburg belegt. Für den jungen Bach müssen die Eindrücke der norddeutschen Musikszene mit ihren großen Orgeln und selbstständigen Pedalen, den vielfältigen Zungenregistern, den klaren und ‚scharfen‘ Mixturen, nicht zuletzt auch musikalischen Erlebnisse in der Hamburger Gänsemarktoper beeindruckend und inspirierend gewesen sein. Bachs Choralpartiten tragen deutliche Spuren des norddeutschen Umfeldes, etwa in den opernhaft-ariosen Ausarbeitungen mit französischen Ornamenten oder in den sehr individuellen virtuosen Ausgestaltungen der Variationen, welche die Textausdeutungen zu einzelnen Liedstrophen nahelegen. Demgegenüber steht das in den etwas späteren Weimarer Jahren komponierte Orgelbüchlein, welches den Grundstein für Bachs monothematisches Komponieren bildet: Hier wird das Klangbild eines Chorals über nur ein charakteristisches Motiv geformt. Die Wurzeln dieser kompositorischen Ästhetik können in der frühen Begegnung mit Georg Böhm in Lüneburg angenommen werden.

Trailer

ALTENBRUCH

DISPOSITION

Disposition der Klapmeyer-Orgel in St. Nicolai zu Altenbruch
Orgel von Johannes Cocus (1497-98), Hans Christoph Fritzsche (1647-49), Matthias Dropa (1697-99), Johann Hinrich Klapmeyer (1720)

Winddruck: 77 mm WS
Tonhöhe: a’ = 478,6 Hz bei 18° C‘ (Chorton, ca. ½ Ton über „heute normal“)
Stimmung: Werckmeister III modifiziert

Rückpositiv (I) C,D,E,F,G,A, – c3

Principahl 8′
Gedackt 8′ Fr/*
Quintadöhn 8′ Fr
Octav 4′ ä/Dr
Gedackt 4′ Fr
Nasat 3′ ä
Super Octav 2′ Dr
Blockflöt 2′ ä
Sexquialtera II Fr
Scharff IV Fr
Dulcian 16′ Fr
Kromphorn 8′ Fr/Dr

Oberwerk (II) C,D,E,F,G,A, – c3

Quintadohn 16′ Fr/*
Principahl 8′ Fr
Gedackt 8′ Fr
Octav 4′ Fr
Waldflöt 2′ Fr
Mixtur V Fr
Simbel III Fr
Trommeth 8′ Kl
Vox humana 8′ Kl

Brustwerk (III) C,D,E,F,G,A, – c3

Gedacktes 8′ Kl
Gedackt 4′ Kl
Super Octav 2′ Kl
Quint 1 1/2′ alt (?)
Scharff III Kl
Knop Regal 8′ Kl

Pedal C, D, E, – d1

Untersatz 16′ ä/*
Prinzipahl 8′ Kl
Gedackt 8′ Dr
Octav 4′ Dr
Mixtur IV Dr
Posaun 16′ Fr/Dr
Trommeth 8′ Fr/Dr
Corneth 2′ **/A

Ventile für alle Werke, Tremulant ganzes Werk, Tremulant RP, 2 Zimbelsterne
Manualkoppel BW an HW, ursprünglich 8 jetzt 4 Bälge

VR-ORGELFÜHRUNG

Orgelführung in Altenbruch mit Anna Scholl.