50°53′53.9″N 10°33′22.2″E
REGENSBURG * GOLDBERG-VARTIATIONEN

Das Doppelalbum ist das Herzstück des finalen Kapitels und stellt die künstlerische und klangliche Essenz des Projekts noch einmal heraus. In der Leipziger Thomaskirche lässt Halubek die großen romantischen Bearbeitungen der Bachschen Werke auf der mächtigen Sauer-Orgel (1889/1908) lebendig werden. Hier, wo Johann Sebastian Bach selbst wirkte, verschmelzen Raum und Klang, Geschichte und Gegenwart zu einer einzigartigen musikalischen Erfahrung.

Im weiteren Verlauf des Albums erklingen die Goldberg-Variationen auf der 2020 erbauten Bach-Orgel in der Dreieinigkeitskirche Regensburg. Hier interpretiert Halubek die berühmten Variationen in seiner eigenen Übertragung für Orgel – ein Tagebuch der Klangfarben, inspiriert von Bachs späten Werken und den Besonderheiten des Instruments. Die farbige Charakteristik des jungen Instruments lässt Halubek experimentieren, überraschen, Geschichten erzählen: Jede Registrierung wird zur künstlerischen Entscheidung, jede Nuance zum Fenster in Bachs Klangwelt. (März 2026)

Trailer

DAS INSTRUMENT

Die Bach-Orgel in der Dreieinigkeitskirche Regensburg wurde von der Werkstatt Jürgen Ahrend (Leer-Loga) erbaut. Sie ist ein modernes Instrument, das sich bewusst an den Prinzipien des mitteldeutschen Orgelbaus zur Zeit Johann Sebastian Bachs orientiert.
Disposition, Mensurierung und Intonation greifen historische Vorbilder auf, ohne eine konkrete Orgel zu kopieren. Dadurch entsteht ein Instrument von großer klanglicher Klarheit und struktureller Präzision: Die Prinzipale tragen den Raum mit Präsenz, die Flöten entfalten feine Farbnuancen, und die Zungen setzen charakteristische Akzente.
Im lichten, akustisch klaren Raum der Dreieinigkeitskirche entwickelt die Orgel eine unmittelbare und zugleich differenzierte Klangwirkung. Innerhalb von „Bach • Organ Landscapes“ steht sie als bewusste Gegenposition zu den historischen Instrumenten – als heutige, handwerklich fundierte Annäherung an eine Klangwelt des frühen 18. Jahrhunderts.

DISPOSITION

Disposition der Bachorgel von Hendrik Ahrend in der Dreieinigkeitskirche Regensburg (2020)

Temperierung nach Bellingwolde 1797 modifiziert (a1 = 440 Hz bei 18° C)

I. Hauptwerk, C-f“‘

Quintatön 16´
Principal 8´
Gemshorn 8´
Quintatön 8´
Viola da Gamba 8´
Octave 4´
Rohrflöte 4´
Quinte 2 2/3´
Octave 2´
Terz 1 3/5´
Mixtur V-VII
Trompete 16´
Trompete 8´

II. Oberwerk, C-f“‘

Principal 8´
Grobgedackt 8´
Fugara 8´
Unda maris (ab f°) 8’
Octave 4´
Kleingedackt 4´
Nassat 2 2/3´
Octave 2´
Waldflöte 2´
Terz 1 3/5´
Quinte 1 1/3´
Mixtur III
Fagott 16´
Vox humana 8´

III. Echo, C-f“‘ (im Schweller)

Gedackt 8´
Principal 4
Flauto en echo 4´
Petit 4´
Salicet 2´
Echo III
Hoboe 8´

Pedal, C-f‘

Principalbass 16´
Violonbass 16´
Subbass 16´
Großquinte 10 2/3´
Octavbass 8´
Violon 8´
Gedacktbass 8´
Quintbass 5 1/3´
Octavbass 4´
Mixturbass V
Posaunenbass 32´
Posaunenbass 16´
Trompetenbass 8´
Clarinbass 4

III/II (Schiebekoppel), III/I, II/I, II/P, I/P
Carillon auf III (c° bis d’’’) / Zimbelstern tief, Zimbelstern hoch
Tremulant geschwind (Oberwerk) / Tremulant gemächlich (Echowerk)
Schwellschuh und -schieber für den Schweller