Die Sauer-Orgel in der Thomaskirche Leipzig
Die heutige große Orgel der Thomaskirche Leipzig geht auf einen Neubau der Firma Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) aus dem Jahr 1889 zurück. Sie entstand im Zuge umfassender Umgestaltungen der Kirche und ersetzte ältere Instrumente, die bis in die Bach-Zeit zurückreichen. Damit markiert sie einen bewussten klanglichen Neuanfang im Geist der spätromantischen Orgelkunst.
Wilhelm Sauer (1831–1916), einer der führenden Orgelbauer seiner Zeit mit über 1.000 Instrumenten, entwickelte eine Orgelbauweise, die deutsche Tradition mit den Einflüssen des französisch-symphonischen Stils verbindet. Die Leipziger Thomaskirchenorgel ist als groß dimensioniertes Instrument mit pneumatischer Traktur und reicher Disposition angelegt und auf differenzierte dynamische Abstufungen sowie orchestrale Klangfarben hin konzipiert.
Im 20. Jahrhundert wurde die Orgel mehrfach verändert und den jeweiligen klanglichen Vorstellungen angepasst. Erst in jüngerer Zeit erfolgte eine Rückbesinnung auf ihren spätromantischen Charakter, der heute wieder stärker hervorgehoben wird.
Die Thomaskirche ist untrennbar mit der Tradition ihrer Organisten verbunden, darunter Johann Sebastian Bach als Thomaskantor sowie später bedeutende Musiker wie Karl Straube und Günther Ramin, die das musikalische Leben an diesem Ort maßgeblich geprägt haben. Vor diesem Hintergrund steht die Sauer-Orgel nicht nur als Instrument ihrer eigenen Zeit, sondern als Teil einer lebendigen, sich wandelnden Musikgeschichte an einem der zentralen Orte der europäischen Kirchenmusik.
50°20′21.5″N 12°22′21.3″E
LEIPZIG | ROMANTISCHE BEARBEITUNGEN
DAS INSTRUMENT
Die Sauer-Orgel in der Thomaskirche Leipzig
Die heutige große Orgel der Thomaskirche Leipzig geht auf einen Neubau der Firma Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) aus dem Jahr 1889 zurück. Sie entstand im Zuge umfassender Umgestaltungen der Kirche und ersetzte ältere Instrumente, die bis in die Bach-Zeit zurückreichen. Damit markiert sie einen bewussten klanglichen Neuanfang im Geist der spätromantischen Orgelkunst.
Wilhelm Sauer (1831–1916), einer der führenden Orgelbauer seiner Zeit mit über 1.000 Instrumenten, entwickelte eine Orgelbauweise, die deutsche Tradition mit den Einflüssen des französisch-symphonischen Stils verbindet. Die Leipziger Thomaskirchenorgel ist als groß dimensioniertes Instrument mit pneumatischer Traktur und reicher Disposition angelegt und auf differenzierte dynamische Abstufungen sowie orchestrale Klangfarben hin konzipiert.
Im 20. Jahrhundert wurde die Orgel mehrfach verändert und den jeweiligen klanglichen Vorstellungen angepasst. Erst in jüngerer Zeit erfolgte eine Rückbesinnung auf ihren spätromantischen Charakter, der heute wieder stärker hervorgehoben wird.
Die Thomaskirche ist untrennbar mit der Tradition ihrer Organisten verbunden, darunter Johann Sebastian Bach als Thomaskantor sowie später bedeutende Musiker wie Karl Straube und Günther Ramin, die das musikalische Leben an diesem Ort maßgeblich geprägt haben. Vor diesem Hintergrund steht die Sauer-Orgel nicht nur als Instrument ihrer eigenen Zeit, sondern als Teil einer lebendigen, sich wandelnden Musikgeschichte an einem der zentralen Orte der europäischen Kirchenmusik
DISPOSITION
Disposition der Orgel in der Leipziger Thomaskirche
von Wilhelm Sauer (1889/1908)
Temperierung gleichstufig (a‘ = 443 Hz bei 21° C)
I. Hauptwerk, C–a3
Principal 16′
Bordun 16′
Principal 8′
Doppelfloete 8′
Geigenprincipal 8′
Gamba 8′
Flûte 8′
Quintatön 8′
Gemshorn 8′
Flauto dolce 8′
Gedackt 8′
Dulciana 8′
Quinte 5 1⁄3′
Octave 4′
Violini 4′
Gemshorn 4′
Rohrfloete 4′
Octave 2′
Rauschquinte II
Mixtur III
Cornett II–IV
Scharf V
Groß-Cymbel IV
Bombarde 16′
Trompete 8
I. Manual, C–a3
Salicional 16′
Gedackt 16′
Principal 8′
Schalmei 8′
Flûte harmonique 8′
Concertfloete 8′
Harmonica 8′
Rohrfloete 8′
Salicional 8′
Gedackt 8′
Dolce 8′
Octave 4′
Salicional 4′
Flauto dolce 4′
Quinte 2 2⁄3′
Piccolo 2′
Cornett III
Mixtur IV
Cymbel III
Tuba 8′
Clarinette 8′
III. Schwellwerk, C–a3
Gamba 16′
Gedackt 16′
Principal 8′
Viola 8′
Spitzfloete 8′
Quintatön 8′
Flûte d’amour 8′
Gemshorn 8′
Gedackt 8′
Aeoline 8′
Voix céleste 8′
Praestant 4′
Traversflöte 4′
Fugara 4′
Traversfloete 4′
Quinte 2 2⁄3′
Flautino 2′
Harmonia aetheria III
Trompette harmonique 8′
Oboe 8′
Pedal C–f1
Majorbass 32′
Untersatz 32′
Contrabass 16′
Principal 16′
Violon 16′
Gemshorn 16′
Subbass 16′
Salicetbass 16′
Lieblich Gedackt 16′
Quintbass 10 2⁄3′
Offenbass 8′
Octave 8′
Cello 8′
Gemshorn 8′
Bassfloete 8′
Dulciana 8′
Octave 4′
Flauto dolce 4′
Posaune 32′
Posaune 16′
Fagott 16′
Trompete 8′
Clarine 4′
Standardkoppeln, Tuttikoppel, Pedaloctavkoppel, Manualsuboctavkoppel (II/I)
Feste Kombinationen: Mezzoforte, Tutti / Piano-, Mezzoforte-, Forte- und Tuttipedal / Pedalstimmen ab, Handregister ab, Rohrwerke an und ab / 3 freie Kombinationen / Rollschweller (Walze) / Jalousieschweller für Manual III
